Freund (m) Liebender, Geliebter, Liebhaber. • Freund (ahd. frîônt, aus dem friunt wurde) hat dieselbe Bedeutung wie Friedel. Gleichzeitig kommt Freund aber auch in heutiger Bedeutung vor, als ein Mensch, dem man sehr verbunden und zugeneigt ist. • Sieglinde weiß, wem das Schwert bestimmt ist, das der fremde Mann (Wotan) bei ihrer Hochzeitsfeier in den Stamm der Esche in Hundings Hütte stieß. Sie wünschte sich: O fänd‘ ich den heiligen Freund, umfing den Helden mein Arm (Walküre I 3). Darauf erwidert und offenbart sich Siegmund: Dich selige Frau hält nun der Freund, dem Waffe und Weib bestimmt! • Als Tristan beim Erscheinen Isoldes auf Kareol stirbt, ruft sie ihm zu: Ich bin’s, süßester Freund! (Tristan III 2). • Beim Eindringen in Klingsors Zaubergarten hat Parsifal viele Liebhaber der Blumenmädchen getötet. Der schlug meinen Liebsten beklagt eines und ein anderes trauert: Mir traf er den Freund. Bei der Besiegelung der Blutsbrüderschaft schwören sich Siegfried und Gunther: Treue trink‘ ich dem Freund (Götterdämmerung I 2). • Nachdem Kundry hingebungsvoll Parsifal die Füße gewaschen hat, bittet er Gurnemanz: Nun netze mir das Haupt der Freund (Parsifal III 2).

Quelle: Henle, Victor: Richard Wagners Wörter. Berlin, München: Keyser Verlag, 2011.